Vier Füße und vier Pfoten

„Was sollen wir denen denn sagen?“, frage ich.

„Keine Ahnung. Wir schauen erst mal.“, sagt Robert und wir betreten das Tierheim.

Lautes Hundegebell schallt uns entgegen. Wir wissen nicht genau, ob man hier einfach so hereinspazieren kann, aber wir sind beim herumschlendern zufällig hier gelandet – am „ Protectorat de animales Sabadell“. Jetzt wollen wir einfach mal schauen, wie so ein spanisches Tierheim von innen aussieht. Vielleicht brauchen wir ja noch einen Zirkuselefanten!

Um es abzukürzen: Eine halbe Stunde später stehen wir wieder an unserer Granny. Zu dritt. Noch eine Lady: Geraldine, Granny und Wilma. Das hat Robert ja gut eingefädelt. Wir haben abgemacht, dass sie sein Hund ist – ich darf immerhin mit ihr kuscheln! Jetzt darf sie erst mal eine Woche in unserer Granny Probewohnen, bevor sie im Tierheim ein paar Impfungen und ihren Pass bekommt – falls wir sie behalten.

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Stadt, Land, Zirkusmenschen

Die Provence hat uns in ihren Bann gezogen. Ein bisschen traurig waren wir zwar, als wir sehen mussten, dass die Lavendelernte bereits vorbei war, aber neben Lavendel, Seife und Kräutern hat die Provence ja auch noch ein paar bescheidene Spielplätze für Abenteurer zu bieten. Wir hatten uns Castellane und die Verdonschlucht herausgesucht um ein wenig wandern zu gehen, die Seele baumeln zu lassen und die letzten Wochen mit all ihren Höhen und Tiefen noch einmal auf uns wirken zu lassen. Um in einer Schlucht wandern zu gehen, sollte man allerdings eines wissen: Je mehr man entdecken möchte, desto weiter muss man geradeaus gehen. Je weiter man geradeaus geht, desto weiter muss man auch wieder zurück. Am Ende glich diese Wandertour fast schon einem Gewaltmarsch und wir waren völlig erledigt, als wir mit wackeligen Knien und durstigen Kehlen wieder bei unserer Granny ankamen. Immerhin, ein fester Schlaf war vorprogrammiert.

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Fragen und Antworten aus Girona

Wir haben ein paar Fragen aus Deutschland an die junge katalanische Bevölkerung bekommen. Vielen Dank dafür nach Deutschland. In diesem Artikel findet ihr nun Antworten. Wir haben die hier angegebenen Informationen nicht weiter recherchiert. Es geht um Meinungen und darum, was bei den Menschen präsent ist. Wir haben eure Fragen an mehrere junge Menschen gestellt. Hier ist das kollektive Ergebnis:

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Catalunya -Independencia

Ausgerechnet am Abend der schier unmöglichen Wahlen erreichen wir Girona. Unabhängigkeit also. Eigentlich ein tolles Ziel. Andererseits: Braucht diese Welt wirklich noch mehr Grenzen?

Als wir in der Stadt ankommen stehen überall die gepanzerten Einsatzfahrzeuge der spanischen Polizei. Uniformierte und bewaffnete Polizisten starren uns grimmig unter ihren behelmten Köpfen heraus an. Wir treffen Dani, einen Freund, den Robert hier während seiner Erasmuszeit in Girona kennengelernt hat. Natürlich sind die Wahlen sofort Thema. Auf dem Weg zu seiner Wohnung erkennen wir, dass sich fast jedes Fenster in der kleinen Altstadt mit den Gelb-Rot gestreiften Fahnen und dem Weißen Stern auf blauem Hintergrund schmückt. Wer keine Flagge zeigt, hat meist eine plakatierte Sprechblase „Qui“, „Ja zur Unabhängigkeit“ über die kleinen Balkongeländer der alten hohen Häuser geworfen. Die Mehrheit scheint sich einig. Weiterlesen

Auslandskrankenversicherung

Wie versichert man sich eigentlich, wenn es für längere Zeit ins Ausland geht?

Ja, vor dieser Frage saßen wir auch lange, haben viel im Internet recherchiert, auf anderen Blogs gelesen und uns mit anderen Auslandsreisenden darüber ausgetauscht. Zuerst einmal sollte geklärt werden, wie viele Jahre man im Ausland unterwegs sein möchte. Wir möchten die Möglichkeit haben, so ca. 3-4 Jahre auf den Straßen und Schotterpisten dieser Welt unterwegs zu sein. Das heißt für uns kamen nur Versicherungsanbieter in Frage, die bereit sind, auch über diesen Zeitraum zu versichern. Weiterlesen

Update „Granny“

Unser Bus – Unsere „Granny“

Die Straßen dieser Welt bereist sie seit Juli 1992 und bis zum Oktober 2016 ist sie ganze 268.000km gelaufen. Für einen alten Mercedes Benz 208D ist sie damit grade einmal richtig warmgelaufen, wie uns verschiedene KFZ-Begeisterte Menschen, wie mein Vater, mitteilten. Er, als TÜV Prüfer, wollte sich selbstverständlich gleich ein Bild von dem Gefährt machen, mit dem sein Sohn plant um die Welt zu fahren. Nach einer gründlichen TÜV-Untersuchung und einer langen Liste an Dingen, die noch repariert bzw. ganz erneuert werden sollten, fragten wir ihn ob wir von ihm die TÜV – Plakette bekommen hätten. Wir bekamen von ihm nur ein Kopfschütteln, weil die Menge der kleinen Mängel zu gravierend seien. Weiterlesen

Erste Schritte – Jetzt doch Frankreich

So ist das manchmal. Die letzten Tage haben wir allen erzählt, dass wir in Slowenien oder Italien mit unserer Reise beginnen. Jetzt sitzen wir in Frankreich auf 2000m Höhe und ich werde hier von den ersten Tagen unserer Reise erzählen. Warum denn jetzt doch Frankreich? Wollten wir nicht Richtung Osten los? Die letzten vier Tage hatten wir mit unseren Freunden aus Köln in Frankreich verbracht. Robin und Melina kamen gerade aus Italien und weil die beiden auch gerne Zirkus machen, wollten wir zusammen auf die Straße.

Aber erst einmal von vorn.

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Gemeinsam Koffer packen

Damit wir mit Kindern, Erwachsenen und Jugendlichen auf der ganzen Welt soziale Zirkusprojekte starten und realisieren können, brauchen wir jetzt eure Hilfe: Stürmt eure Keller, Speicher und Geräteschuppen und sucht nach gebrauchtem Zirkuskram, den ihr nicht mehr benutzt. Eure alten Diabolos, Bälle,Teller, Keulen, Clownsnasen und Flowersticks aus Kindertagen warten darauf, wieder neues Leben eingehaucht zu bekommen. Wir freuen uns über alles was kommt, und die Menschen, mit denen wir unterwegs Zirkus machen genauso!!!

Ein herzliches Dankeschön an alle, die uns helfen, weitersagen oder Zirkusgerümpel für uns finden. Wir freuen uns über deine Nachricht!

Die Route

Nachdem wir mit dem Gedanken, nach Osten zu fahren aufgebrochen waren, haben wir in Kroatien die Richtung geändert. Der kalte Winter lockt uns nicht und wir möchten die nächsten Monate nicht ohne unseren fahrbaren Untersatz auf einem Hof in einem warmen Zimmer verbringen. Wir fahren nach Marokko! Immer schön mobil und spontan bleiben in dieser schnelllebigen Welt 🙂 Jetzt freuen wir uns auf einen sonnigen Winter und ein farbenfrohes Marokko!

21.08.2017 – 28.08.2017 Frankreich (Annecy)

28.08.2017 – 04.09.2017 Italien (Turin)

04.09.2017 – 10.09.2017 Slowenien (Ljubljana)

10.09 – 11.09.2017 Kroatien

11.09.2017 – 19.09.2017 Italien 2.0

Seit 19.09 Südfrankreich (Provence)

 

 

Charlie, das Leben und die Zirkuswelt

Charlie Chaplin hat an seinem 70. Geburtstag eine bekannte Rede gehalten. Seine Worte berühren. Wenn Chaplin nicht gerade Reden hält, ist er eher Stumm. Stumm im Stummfilmunterhält er mit vielsagender Mimik und Gestik seine Zuschauer, treibt Schabernack und nimmt uns für einen kurzen Moment mit in eine neue Welt.

Eine Welt voller Witz und Humor, gleichzeitig aber eine Welt, die wir als Zuschauer plötzlich mit anderen Augen sehen. Gesellschaftliche Strukturen werden hinterfragt und wirken mit einem Mal skurril und lächerlich. Chaplin wechselt Perspektiven, interpretiert und bringt uns dazu, dasselbe zu tun. Was also kann Humor? Was die Clownerie? Und was hat eine Zirkusweltreise damit zu tun? Bei unseren Vorbereitungen denken wir darüber nach: Weiterlesen

Authentisch sein

Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Authentisch sein. Ist der Zirkus authentisch? Spielen uns nicht die Artisten auf der Bühne ein gut einstudiertes, durchdachtes und hunderte Male geübtes Stück vor? Was zeigen sie denn schon von ihrer Persönlichkeit? Ist nicht einzig ihr Können das, was zählt um die Zuschauer zu begeistern? Doch, was passiert, bevor die Artisten auf der Bühne stehen? Weiterlesen

Reife

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man REIFE.

Ein Profigeiger wurde einmal von einem seiner begeisterten Zuschauer angesprochen: „Sie sind ein Meister dieser Kunst. Ich würde mein Leben dafür hergeben, genauso spielen zu können, wie sie!“, daraufhin antwortete der Profigeiger: „Ja, sie haben recht. Genau das ist der Preis dafür.“ Weiterlesen

Ehrlichkeit

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich, das nennt man EHRLICHKEIT.

Ehrlich gesagt, entwerfen Künstler, Artisten und Zirkuspädagogen ständig grandiose Projekte und Shows für die Zukunft. Ehrlich gesagt, ist das sehr zeitraubend. Andererseits, wie ließe sich der Zirkus besser beschreiben als: Einfach das, was mir Spaß und Freude macht, was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt. Wir berauben uns nicht unserer freien Zeit, nein, wir teilen sie mit anderen Menschen, um mehr davon zu haben. Weiterlesen

Selbstliebe

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich, das ist „SELBSTLIEBE“.

Jeder kämpft von Zeit zu Zeit mit alten Mustern und Verhaltensweisen, die sich im Laufe der persönlichen Entwicklung verfestigt haben. Diese Muster zu durchbrechen ist wohl eine der umfangreichsten Aufgaben, der wir uns stellen können. Oftmals sind diese alten Muster in der Gegenwart gar nicht mehr nützlich, sie kommen aus einer anderen Lebensphase. Weiterlesen

Demut

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man DEMUT.

 Reisen. Irrwege gehen. Irgendwo ankommen.
Wie ist es hier? Wie sind die Menschen? Woran glauben sie? Auf welche neuen Weltbilder treffen wir? Wieder einmal geht es um Erfahrung. Erfahrung die uns zeigt, dass Wahrheiten überall auf der Welt anders sind. Was haben wir am Ende davon, andere Menschen von unserer Meinung zu überzeugen? Menschen die womöglich völlig anders sozialisiert sind. Menschen, die in völlig anderen Verhältnissen stecken. Auch innerhalb unserer eigenen Kultur. Wie sollte unsere Wahrheit je zu ihnen passen? Weiterlesen

Bewusstheit

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag und nenne es „BEWUSSTHEIT“.

 Bleiben wir doch für einen Moment beim Reisen. Bei der Begegnung und Arbeit mit Menschen aus allen Teilen der Welt ist es wichtig, dass wir uns auf den Moment einlassen. Bei so einer Reise lässt sich nicht weit in die Zukunft planen. Warum sollten wir uns dann also sorgen? Es wird kommen, wie es kommt. Wenn wir andererseits immer unseren Fehlern, die jeder auf einer solchen Reise begeht, hinterher hängen würden, dann wären wir bald entmutigt. Nur durch bewusstes Wirken können wir Lösungen finden, weil wir nur dort anfangen können, wo wir stehen. Weiterlesen

Herzensweisheit

Als ich mich selbst zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute „HERZENSWEISHEIT“.

Was bedeutet das, armselig und krank zu werden, durch das eigene Denken? Was ist damit gemeint? Wie macht uns unser Gedankenkarussell krank? Ganz einfach. Durch Stress. Stress greift den Körper an und schwächt ihn. Die Liste der stressbedingten Krankheiten ist endlos lang. Dazu muss nicht mehr viel gesagt werden. Vor allem in der westlichen Welt sind stressbedingte Krankheiten nicht mehr aus der Mitte der Gesellschaft wegzudenken. Alles muss schneller, weiter und besser sein. Konkurrenzkampf lautet das Motto des Kapitalismus. Weiterlesen

Vorbereitungen – Der Bus

Ja, endlich haben wir ihn. Unseren kleinen aber feinen Mercedes Benz 208D. In einer Spontanaktion habe ich unser neues zu Hause auf vier Rädern aus Bayern importiert. Robert war gerade bei seiner Familie in Rostock, während ich mich auf Heimatbesuch nach Freiburg begeben hatte. Sabbernd saßen wir beide mit Telefonhörer in der Hand vor dem Internet und schauten uns die Fotos von unserem zukünftigen Bulli an. Dann war es entschieden. Am nächsten Tag ging es in aller Frühe auf nach Bayern. Mein Vater hatte Musiktermine abgesagt um unseren Traum Wirklichkeit werden zu lassen und uns beim Autokauf zu unterstützen. Klasse! Weiterlesen