Selbstliebe

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich, das ist „SELBSTLIEBE“.

Jeder kämpft von Zeit zu Zeit mit alten Mustern und Verhaltensweisen, die sich im Laufe der persönlichen Entwicklung verfestigt haben. Diese Muster zu durchbrechen ist wohl eine der umfangreichsten Aufgaben, der wir uns stellen können. Oftmals sind diese alten Muster in der Gegenwart gar nicht mehr nützlich, sie kommen aus einer anderen Lebensphase. Sicherlich hat jeder schon einmal die Erfahrung gemacht, dass es gar nicht so leicht ist mit alten ungesunden Verhaltensweisen zu brechen. Wir können uns noch so fest vornehmen, mit etwas aufzuhören, es wird ein Kampf bleiben und allzu oft werden wir aufgeben. Doch, was passiert, wenn wir unsere negativen Angewohnheiten endlich unterdrücken, den Kampf gegen uns selbst gewinnen? Wir werden auch selbst die Verlierer sein.

Was bedeutet das also, wenn wir selbst darunter leiden, dass wir uns selbst besiegt haben? Wenn der Gewinner und der Verlierer untrennbar ein und dieselbe Person sind? Wenn der innere Schweinehund mit einer zweischneidigen Klinge besiegt wird, die nicht nur ihn, sondern auch uns selbst verletzt, weil unser innerer Schweinehund ein Teil von uns selbst ist? Ganz einfach, dass kämpfen ganz offensichtlich eine unvorteilhafte und destruktive Strategie ist.
Wenn es so nicht geht, dann machen wir es eben anders. So einfach ist das. Es anders zu machen bedeutet, uns neuen Situationen gegenüber zu öffnen, um andere Erfahrungen zu machen. Anstatt gegen uns selbst zu kämpfen, integrieren wir uns selbst. Zusammen ist man weniger allein und so wird es möglich, dass alle unsere inneren Anteile an neuen Erfahrungen beteiligt sind. Alle unsere inneren Anteile bekommen die Chance, alte Verhaltensmuster zu durchbrechen und sie mit neuen Erkenntnissen zu überschreiben.
Ein Clown macht ständig neue Erfahrungen, weil er die Fähigkeit besitzt, in allen Dingen bewertungsfrei das zu sehen, was aus ihm selbst kommt. Eine Keule ist keine Keule mehr, sondern eine teure Weinflasche, die sehr zerbrechlich ist. Ein Jonglierball wird ein kleiner Planet der um den Kopf des Clowns herumschwirrt. Wenn ein Hocker zu weit vom Klavier entfernt ist, wird der Clown aufstehen und das Klavier unter Einsatz all seiner Kräfte zum Hocker schieben. Diese Art der Problemlösung nennt sich Clownslogik und ist in sich für den Clown uns seine Zuschauer nachvollziehbar und ja, irgendwie logisch.
Die Erfahrungen die ein Mensch als Clown macht sind ganz andere als die, die er als Mensch macht, allerdings ist auch hier der Mensch mal Clown und mal Privatperson, er bleibt aber derselbe Mensch, der dieselben Erfahrungen gemacht und dieselben Gefühle durchlebt hat. Der Clown kann uns also dabei helfen, neue Erfahrungen zu machen, alte Muster zu durchbrechen, den Kampf gegen uns selbst niederzulegen und uns selbst und damit all unsere inneren Anteile in jeder neuen Situation zu lieben.

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